Casino-Gewinne versteuern in Österreich? Wann Gewinne steuerfrei sind
Veröffentlicht: Redaktion TopOnlineCasinos.co.at
Gewinne aus Glücksspielen und Wetten sind in Österreich keine Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes und daher für Privatpersonen grundsätzlich steuerfrei. Die Steuer auf das Glücksspiel zahlt der Anbieter in Form der Glücksspielabgabe nach § 57 GSpG. Trotzdem sollten Sie größere Gewinne dokumentieren, weil Banken nach dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz die Herkunft von Geldern prüfen müssen.
Inhalt8 Abschnitte
- Die kurze Antwort: Spielgewinne sind keine Einkünfte
- Wer die Steuer tatsächlich zahlt: die Glücksspielabgabe
- Gewinne aus Online-Casinos mit EU-Lizenz
- Wann Gewinne doch steuerlich relevant werden können
- Verluste können Sie nicht absetzen
- Rechenbeispiele: was beim Spieler ankommt
- Herkunftsnachweis: wenn die Bank nachfragt
- Häufige Fragen

Die kurze Antwort: Spielgewinne sind keine Einkünfte
Das österreichische Einkommensteuerrecht besteuert nicht jeden Geldzufluss, sondern nur das, was unter eine der sieben Einkunftsarten des § 2 Abs. 3 EStG 1988 fällt: Land- und Forstwirtschaft, selbständige Arbeit, Gewerbebetrieb, nichtselbständige Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie sonstige Einkünfte. Diese Aufzählung ist abschließend. Die Einkommensteuerrichtlinien 2000 des Finanzministeriums halten in Randzahl 101 ausdrücklich fest, dass Vermögenszugänge außerhalb dieser Einkunftsarten nicht steuerbar sind, und nennen als Beispiel die Gewinne aus Glücksspielen und Wetten. In Randzahl 101a wird dasselbe für Lotteriegewinne festgehalten.
Auch die Wirtschaftskammer fasst es in ihrem Leitfaden zu Gewinnspielen und Glücksspielen so zusammen: Spielgewinne unterliegen nicht der Einkommensteuer, weil sie nicht als Einkünfte gelten. Für Sie als Privatperson bedeutet das: Ein Gewinn am Roulettetisch, an einem Spielautomaten oder bei einem Online-Spiel muss weder in der Arbeitnehmerveranlagung noch in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Es gibt auch keine Kapitalertragsteuer, die vom Gewinn einbehalten wird.
Steuerfrei heißt allerdings nicht, dass das Geld rechtlich keine Rolle spielt. Zinsen oder Kursgewinne, die Sie später mit dem gewonnenen Geld erzielen, sind ganz normal steuerpflichtig, weil sie Einkünfte aus Kapitalvermögen sind. Und wer Gewinne auf das Bankkonto überweist, muss damit rechnen, nach der Herkunft gefragt zu werden.
Wer die Steuer tatsächlich zahlt: die Glücksspielabgabe
Dass Spieler steuerfrei bleiben, liegt auch daran, dass das Glücksspiel schon auf Anbieterseite besteuert wird. Die Glücksspielabgaben sind in den §§ 57 bis 59 des Glücksspielgesetzes (GSpG) geregelt. Abgabenschuldner ist nach § 59 GSpG der Konzessionär beziehungsweise der Bewilligungsinhaber. Fehlt eine Konzession, haften der Vertragspartner des Spielers, der Veranstalter und der Vermittler zur ungeteilten Hand. Der Spieler selbst wird dort nicht als Schuldner genannt. Die Abgaben sind bis zum 20. des Folgemonats zu melden und zu entrichten.
| Bestimmung | Bemessungsgrundlage | Satz (Stand Oktober 2026) |
|---|---|---|
| § 57 Abs. 1 GSpG – Ausspielungen allgemein | Einsatz | 17,5 % (bis 30.6.2025: 16 %) |
| § 57 Abs. 2 GSpG – elektronische Lotterien ohne Konzession, Teilnahme vom Inland aus | Jahresbruttospieleinnahmen | 45 % (bis 30.6.2025: 40 %) |
| § 57 Abs. 3 GSpG – Ausspielungen mit Glücksspielautomaten bzw. VLT | Jahresbruttospieleinnahmen | 30 % |
| § 57 Abs. 4 GSpG – Landesausspielungen mit Glücksspielautomaten | Jahresbruttospieleinnahmen | 11 % (bis 31.12.2025: 10 %) |
| § 57 Abs. 7 GSpG | laut Gesetz | 7,5 % |
Die Erhöhungen auf 17,5 %, 45 % und 11 % gehen auf das Budgetbegleitgesetz 2025 (BGBl. I Nr. 25/2025) zurück. Die Jahresbruttospieleinnahmen sind nach § 57 Abs. 5 GSpG die Einsätze abzüglich der ausgezahlten Gewinne eines Kalenderjahres. Die Abgabe wird also aus dem Spielbetrieb berechnet, nicht aus dem einzelnen Gewinn, den Sie mit nach Hause nehmen.
Gewinne aus Online-Casinos mit EU-Lizenz
Viele Spieler in Österreich nutzen Online-Casinos mit einer Lizenz aus Malta oder einem anderen EU-Staat. Steuerlich ändert die Lizenz für den Spieler nichts: Die Einkommensteuerrichtlinien unterscheiden bei Gewinnen aus Glücksspielen nicht danach, wo der Anbieter sitzt oder welche Lizenz er hat. Auch ein Gewinn bei einem Anbieter mit EU-Lizenz ist daher keine Einkunft im Sinne des EStG.
Auf der Anbieterseite greift dagegen § 57 Abs. 2 GSpG. Das Finanzministerium stellt im Formular GSp 50a klar, dass der Inlandsbezug bei elektronischen Lotterien bereits mit der Teilnahme vom Inland aus gegeben ist, und nennt dabei ausdrücklich Internetglücksspiele. Der Anbieter schuldet die Abgabe also auch dann, wenn er keine österreichische Konzession hat.
Ein Punkt wird oft übersehen: Online-Glücksspiel ist in Österreich nach § 14 GSpG einem einzigen Konzessionär vorbehalten. Seit 1. Jänner 2021 ist nach § 52 Abs. 5 GSpG auch die Teilnahme an elektronischen Lotterien ohne österreichische Konzession strafbar, wenn die Einsätze vom Inland aus geleistet werden. Der Strafrahmen beträgt bis zu 7.500 Euro bei Vorsatz und bis zu 1.500 Euro in anderen Fällen. Das ist eine Verwaltungsstrafe und keine Steuer, sollte aber bei der Wahl des Anbieters bekannt sein. Worauf Sie bei der Seriosität eines Anbieters achten können, lesen Sie im Ratgeber zu sicheren Casinos.
Wann Gewinne doch steuerlich relevant werden können
Die Steuerfreiheit hängt daran, dass der Gewinn keiner Einkunftsart zugeordnet werden kann. Das ist beim privaten Spiel der Normalfall. Anders kann es aussehen, wenn das Spielen nicht mehr bloßer Zeitvertreib ist, sondern in eine der Einkunftsarten des § 2 Abs. 3 EStG fällt, etwa wenn Einnahmen im Rahmen eines Gewerbebetriebs oder einer selbständigen Tätigkeit erzielt werden. Für Österreich gibt es dazu keine eigene Regel speziell für Berufsspieler, entscheidend ist immer die Zuordnung zu einer Einkunftsart im Einzelfall.
Klar steuerpflichtig sind dagegen Einnahmen, die nicht aus dem eigenen Spiel stammen, sondern aus einer Tätigkeit rund um das Spiel, zum Beispiel Honorare, Werbeeinnahmen oder Provisionen. Solche Beträge sind nach den allgemeinen Regeln zu behandeln. Wenn Sie regelmäßig hohe Beträge aus dem Spiel erzielen oder zusätzlich Einnahmen rund um das Thema haben, ist eine Auskunft beim Finanzamt oder bei einer Steuerberatung der sichere Weg.
Verluste können Sie nicht absetzen
Die Kehrseite der Steuerfreiheit: Was nicht steuerbar ist, kann auch nicht mit Verlusten verrechnet werden. Die Einkommensteuerrichtlinien halten in Randzahl 4864 fest, dass Ausgaben im Zusammenhang mit Spielgewinnen, die zu keinen Einkünften im Sinne des EStG führen, nicht abzugsfähig sind. Spielverluste mindern also weder Ihr Gehalt noch andere Einkünfte, und Einsätze, Reisekosten ins Casino oder Gebühren für Einzahlungen sind keine Werbungskosten.
Gebühren entstehen dabei häufig beim Bezahlen selbst, etwa bei Kartenzahlungen in Fremdwährung oder bei manchen E-Wallets. Einen Überblick über die gängigen Wege finden Sie unter Zahlungsmethoden im Casino. Steuerlich spielen diese Kosten keine Rolle. Als Rechenbeispiel: Wer im Lauf eines Jahres 3.000 Euro einsetzt und 1.800 Euro zurückgewinnt, hat 1.200 Euro verloren, kann diesen Betrag aber nirgends geltend machen.
Rechenbeispiele: was beim Spieler ankommt
Die folgenden Beispiele sind reine Rechenbeispiele mit angenommenen Beträgen und sollen den Unterschied zwischen Glücksspielabgabe und Einkommensteuer zeigen.
Beispiel 1: Sie gewinnen in einer Spielbank 5.000 Euro. Der Gewinn wird Ihnen in voller Höhe ausgezahlt. Es wird keine Steuer einbehalten, und Sie müssen den Betrag nicht erklären. Die Abgabe auf den Spielbetrieb trägt die Spielbank aus ihren eigenen Bruttospieleinnahmen.
Beispiel 2: Ein Online-Anbieter ohne österreichische Konzession nimmt in einem Kalenderjahr von Spielern in Österreich 1.000.000 Euro an Einsätzen ein und zahlt 950.000 Euro an Gewinnen aus. Die Jahresbruttospieleinnahmen betragen 50.000 Euro. Die Glücksspielabgabe nach § 57 Abs. 2 GSpG beträgt 45 % davon, also 22.500 Euro. Diese Summe schuldet der Anbieter, nicht der einzelne Spieler.
Beispiel 3: Sie gewinnen 20.000 Euro und legen das Geld auf ein Sparkonto mit 2 % Zinsen. Der Gewinn bleibt steuerfrei, die Zinsen von 400 Euro im Jahr sind aber Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen der Kapitalertragsteuer.
Herkunftsnachweis: wenn die Bank nachfragt
Auch wenn das Finanzamt sich nicht für Ihren Gewinn interessiert, die Bank tut es unter Umständen. Nach dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) müssen Kreditinstitute im Rahmen ihrer Sorgfaltspflichten Informationen über die Herkunft der eingesetzten Mittel einholen und prüfen und Transaktionen laufend überwachen. So beschreibt es etwa die Kundeninformation der Schoellerbank zum FM-GwG. Eine größere Gutschrift von einem Glücksspielanbieter oder eine Bareinzahlung nach einem Casinobesuch kann daher eine Rückfrage auslösen. Das ist kein Vorwurf, sondern eine gesetzliche Pflicht der Bank. Laut derselben Kundeninformation werden die nach dem FM-GwG erhobenen Daten fünf Jahre aufbewahrt und danach gelöscht. Es ist daher sinnvoll, Ihre eigenen Belege mindestens ebenso lange aufzuheben, zumal eine Rückfrage auch erst später kommen kann, etwa wenn Sie das Geld für einen Wohnungskauf oder eine größere Anschaffung verwenden und die Bank den Ursprung des Guthabens nachvollziehen will.
So bereiten Sie sich vor:
- Bewahren Sie die Auszahlungsbestätigung des Anbieters auf, bei einer Spielbank die Gewinnbestätigung oder den Beleg der Kassa.
- Speichern Sie bei Online-Anbietern die Transaktionshistorie Ihres Spielerkontos als PDF oder Screenshot, mit Datum, Betrag und Kontoinhaber.
- Achten Sie darauf, dass Ein- und Auszahlungen über ein Konto auf Ihren eigenen Namen laufen, damit der Geldfluss nachvollziehbar ist.
- Legen Sie die Nachweise zusammen mit dem Kontoauszug ab, auf dem die Gutschrift aufscheint.
- Beantworten Sie eine Anfrage der Bank sachlich und legen Sie die Belege vor. Unvollständige Angaben verzögern die Freigabe.
Wie schnell eine Auszahlung auf dem Konto landet, hängt stark von der Zahlungsart und der Prüfung durch den Anbieter ab. Hintergründe dazu finden Sie bei den schnell auszahlenden Casinos. Unabhängig davon gilt: Spielen Sie nur mit Geld, dessen Verlust Sie verkraften können. Wenn das Spielen zur Belastung wird, bietet die Spielsuchthilfe in Wien unter 01/544 13 57 kostenlose Beratung an.
Häufige Fragen
Muss ich Casino-Gewinne in Österreich versteuern?
Sind Gewinne aus Online-Casinos mit EU-Lizenz steuerfrei?
Kann ich Casino-Verluste von der Steuer absetzen?
Was tun, wenn die Bank nach der Herkunft eines Casino-Gewinns fragt?
Wie hoch ist die Glücksspielabgabe in Österreich?
Quellen
- Glücksspielgesetz (GSpG), geltende Fassung – RIS
- § 57 GSpG Glücksspielabgaben – JUSLINE
- § 59 GSpG Schuldner, Haftung, Fälligkeit – JUSLINE
- § 52 GSpG Verwaltungsstrafbestimmungen – JUSLINE
- Einkommensteuerrichtlinien 2000 (Rz 101, 101a, 4864) – BMF Findok
- Formular GSp 50a – Glücksspielabgaben, BMF
- Leitfaden Gewinnspiele, Preisausschreiben, Glücksspiele – WKO
- Information zum Finanzmarkt-Geldwäschegesetz – Schoellerbank
- Hilfsangebote in den Bundesländern – BMF
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Glücksspiel ab 18; Hilfe bei Spielsuchthilfe.
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