Casino-Lizenz prüfen: MGA, Curaçao, Anjouan – Siegel lesen und verifizieren
Veröffentlicht: Redaktion TopOnlineCasinos.co.at
Ein Lizenzsiegel im Footer beweist nichts, solange es nicht zum offiziellen Register der Behörde führt und dort dieselbe Firma, derselbe Status und dieselbe Domain stehen. Die Malta Gaming Authority, die Curaçao Gaming Authority und die Behörde auf Anjouan betreiben jeweils öffentliche Register, in denen Sie Lizenznummer, Firmenname und Domain in wenigen Minuten abgleichen können. Für Spieler in Österreich gilt zusätzlich: Eine ausländische Lizenz macht ein Angebot hierzulande nicht legal.
Inhalt9 Abschnitte
- Was ein Lizenzsiegel eigentlich aussagt
- Wichtig für Österreich: Lizenz ist nicht gleich legal
- MGA-Lizenz prüfen: Register und Verifizierungsseite
- Curaçao-Lizenz prüfen: Was sich mit dem LOK geändert hat
- Anjouan-Lizenz prüfen
- Die drei Lizenzen im Vergleich
- Schritt für Schritt: Lizenz in fünf Minuten prüfen
- Warnsignale, bei denen Sie nicht einzahlen sollten
- Häufige Fragen

Was ein Lizenzsiegel eigentlich aussagt
Im Footer fast jedes Online-Casinos sitzt ein kleines Logo einer Glücksspielbehörde, daneben eine Lizenznummer und der Name einer Betreibergesellschaft. Für sich genommen ist das nur eine Grafik. Aussagekräftig wird das Siegel erst, wenn sich drei Dinge im Register der Behörde bestätigen lassen:
- Die Firma: Der Name der Gesellschaft in den AGB und im Impressum ist derselbe wie im Register.
- Der Status: Die Lizenz ist aktiv, nicht zurückgegeben, ausgesetzt oder widerrufen.
- Die Domain: Genau die Adresse, auf der Sie spielen, ist der Lizenz zugeordnet.
Fehlt einer dieser Punkte, ist das Siegel wertlos. Die Malta Gaming Authority (MGA) veröffentlicht laufend Listen von Websites, die sich fälschlich auf eine maltesische Lizenz berufen. Im ersten Halbjahr 2025 hat sie nach eigenen Angaben 75 Adressen geprüft und bei 34 davon betrügerische Verweise auf die Behörde oder ihre Lizenznehmer gefunden. Kopierte Logos und erfundene Nummern sind also kein theoretisches Risiko.
Wichtig für Österreich: Lizenz ist nicht gleich legal
Nach § 14 des österreichischen Glücksspielgesetzes gibt es nur eine Lotteriekonzession, und sie umfasst auch die elektronischen Lotterien nach § 12a GSpG – also das Online-Glücksspiel. Inhaberin ist die Österreichische Lotterien GmbH. Das Finanzministerium hat in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung festgehalten, dass Konzessionen aus anderen EU-Staaten oder Drittstaaten nicht zur Durchführung von Glücksspielen in Österreich berechtigen. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan sagt also etwas über die Aufsicht im Ausstellerland, nicht über die Rechtslage in Österreich.
Diese Lage ist in Bewegung: Am 4. August 2026 hat das Finanzministerium den Entwurf eines neuen Glücksspielgesetzes zur Notifizierung an die EU-Kommission geschickt. Er sieht für Online-Glücksspiel ein offenes Konzessionsverfahren vor; bisher illegal tätige Anbieter sollen ihr Angebot ab 1. Jänner 2027 einstellen. Bis das Gesetz beschlossen ist, bleibt die bisherige Rechtslage maßgeblich. Wie wir Anbieter einordnen, beschreiben wir unter sichere Casinos.
MGA-Lizenz prüfen: Register und Verifizierungsseite
Die MGA führt ein öffentliches Licensee Register. Sie können dort nach Name des Lizenznehmers, Status, Web-Adresse oder Art des Glücksspielangebots suchen. Das ist der schnellste Weg, wenn Sie nur die Domain des Casinos kennen.
So sieht eine echte MGA-Lizenz aus
Die Lizenznummer folgt dem Muster MGA/B2C/394/2017: Kürzel der Behörde, Lizenzart, laufende Nummer, Jahr. Für ein Casino, das direkt an Spieler anbietet, ist B2C maßgeblich (Gaming Service Licence). B2B steht für Lieferanten, etwa Spielestudios oder Plattformbetreiber – eine B2B-Lizenz deckt kein Casino-Angebot an Endkunden.
Die Verifizierungsseite eines Lizenznehmers zeigt unter anderem:
- Firmenanschrift und Lizenzstatus (etwa „Licensed“ oder „Surrendered“),
- jede Lizenz mit Nummer, Lizenzart und Klasse,
- die zugelassenen Spieltypen und Vertikalen (z. B. „Type 1 Gaming Services“, Casino),
- die anerkannte Streitschlichtungsstelle (ADR),
- die Liste aller Website-Adressen, die unter dieser Lizenz betrieben werden.
Die MGA weist auf derselben Seite darauf hin, dass die Adresse mit https://authorisation.mga.org.mt beginnen muss. Führt das Siegel auf eine andere Domain, die nur so aussieht wie eine Behördenseite, ist das ein Warnsignal.
Die Liste der nicht autorisierten Adressen
Zusätzlich lohnt ein Blick in die Liste „Unauthorised URLs“ der MGA. Dort stehen Domains, zu denen die Behörde keinerlei Verbindung hat und deren Hinweise auf eine maltesische Lizenz sie als falsch und irreführend bezeichnet. Im Juli 2026 hat die MGA etwa eine Mitteilung zu drei aktiven Websites veröffentlicht, die sich als lizenzierte Betreiber ausgegeben haben, darunter eine .at-Domain.
Curaçao-Lizenz prüfen: Was sich mit dem LOK geändert hat
Bis 2024 vergaben in Curaçao wenige Master-Lizenznehmer Sublizenzen an zahlreiche Betreiber. Mit der Landsverordening op de Kansspelen (LOK), die am 24. Dezember 2024 in Kraft getreten ist, wurde die Curaçao Gaming Authority (CGA) zur Behörde, die Online-Lizenzen direkt vergibt und beaufsichtigt. Alte Sublizenz-Hinweise ohne neue Nummer sind seither kein brauchbarer Nachweis mehr.
Nummer, Zertifikat und Register
Lizenzen nach neuem Recht tragen Nummern im Format OGL/2024/625/0719 (OGL steht für Online Gaming Licence). Ein korrektes Siegel verlinkt auf eine Zertifikatsseite unter cert.cga.cw. Dort finden Sie:
- Zertifikatstyp (B2C für Casinos, B2B für Lieferanten),
- Antrags- und Lizenzstatus (z. B. „Granted“, „Active“),
- Firmenname, Sitz und Handelsregisternummer,
- Lizenznummer und Datum, seit dem die Lizenz besteht,
- Rechtsgrundlage (LOK) und die zugelassenen Domains.
Die CGA veröffentlicht außerdem auf cga.cw ein Lizenzregister mit Übersichten zu Online-Lizenzen, Zertifikaten und einem Durchsetzungsregister (Enforcement Register). Die Behörde weist selbst darauf hin, dass diese Übersichten keine Garantie für die aktuelle Gültigkeit einer Lizenz sind. Prüfen Sie daher Register und Zertifikatsseite gemeinsam.
Vorläufige Lizenzen und Beschwerden
Bestehende Betreiber wurden beim Übergang zunächst mit vorläufigen Lizenzen ausgestattet. Bis 17. Dezember 2025 waren laut einer Bilanz zum ersten LOK-Jahr 604 vorläufige Lizenzen erteilt (551 an Betreiber, 53 an Lieferanten), 139 Anträge wurden abgelehnt. Für Beschwerden gilt: Zuerst wenden Sie sich an den Betreiber; ungelöste Streitfälle können an eine unabhängige Schlichtungsstelle (ADR) gehen, für die die CGA im September 2025 Leitlinien veröffentlicht hat.
Anjouan-Lizenz prüfen
Anjouan ist eine autonome Insel der Union der Komoren. Lizenzen vergibt dort Anjouan Gaming, eine Aufsichtsstelle unter der Anjouan Offshore Financial Authority. Auf der Seite „Verify a Licence“ geben Sie Lizenznummer, Firmenname oder Domain ein. Das Ergebnis zeigt den registrierten Namen des Lizenznehmers, die Lizenznummer, die Lizenzart (B2C oder B2B) und den aktuellen Status.
Zwei Hinweise der Behörde selbst sollten Sie ernst nehmen: Die Registerdaten werden nur periodisch aktualisiert, und eine Verifizierung bestätigt lediglich, dass eine Lizenz besteht – sie ist keine Empfehlung für das Angebot. Im Juni 2026 hat die Behörde zudem bekräftigt, dass ihre Lizenzen nicht dafür gedacht sind, weltweit und überall zu gelten. Ein Anjouan-Siegel ist also bestenfalls ein Nachweis, dass der Betreiber irgendwo registriert ist.
Die drei Lizenzen im Vergleich
| Merkmal | MGA (Malta) | CGA (Curaçao) | Anjouan |
|---|---|---|---|
| Nummernformat (Beispiel) | MGA/B2C/394/2017 | OGL/2024/625/0719 | uneinheitlich, im Register prüfen |
| Wohin das Siegel führen muss | authorisation.mga.org.mt | cert.cga.cw | anjouangaming.com |
| Suche im Register nach | Name, Status, URL, Spielart | Übersichten (PDF) plus Zertifikat | Nummer, Firma, Domain |
| Domains im Eintrag sichtbar | ja, Liste der Website-Adressen | ja, „Approved domains“ | Suche per Domain möglich |
| Streitschlichtung | anerkannte ADR im Eintrag genannt | Beschwerde beim Betreiber, dann ADR | Beschwerdeverfahren auf der Website |
| Berechtigt zum Angebot in Österreich | nein | nein | nein |
Schritt für Schritt: Lizenz in fünf Minuten prüfen
- Footer und AGB lesen: Notieren Sie Firmenname, Lizenznummer und Behörde. Steht in den AGB eine andere Gesellschaft als im Footer, fragen Sie nach, bevor Sie einzahlen.
- Siegel anklicken: Prüfen Sie in der Adresszeile, ob Sie wirklich auf authorisation.mga.org.mt, cert.cga.cw oder anjouangaming.com gelandet sind. Ein Siegel, das nur ein Bild ist oder auf eine fremde Domain führt, ist ein Warnsignal.
- Register direkt aufrufen: Öffnen Sie das Register nicht über den Link des Casinos, sondern über die Website der Behörde, und suchen Sie nach der Domain.
- Status und Lizenzart abgleichen: Für ein Casino muss eine B2C-Lizenz mit aktivem Status vorliegen. „Surrendered“, „Suspended“ oder „Revoked“ heißt: kein gültiger Schutz.
- Domain abgleichen: Die genaue Adresse, auf der Sie spielen, muss im Eintrag stehen. Spiegel-Domains, die nicht gelistet sind, gehören nicht zur Lizenz.
- Warnlisten prüfen: Bei MGA-Siegeln die Liste „Unauthorised URLs“, bei Curaçao das Enforcement Register.
Machen Sie von der Registerseite einen Screenshot mit Datum. Ändert sich später der Status oder taucht ein Streitfall auf, können Sie belegen, unter welcher Lizenz und bei welcher Gesellschaft Sie eingezahlt haben. Das ist auch der Name, an den sich eine Beschwerde oder ein Schlichtungsantrag richtet.
Wenn die Prüfung scheitert
Finden Sie die Domain nicht im Register, heißt das nicht automatisch Betrug – manchmal betreibt eine lizenzierte Gesellschaft eine neue Adresse, die noch nicht nachgetragen ist. Für Sie als Spieler ist das Ergebnis aber dasselbe: Für diese Adresse können Sie sich auf keine Aufsicht berufen. Fragen Sie den Kundendienst schriftlich nach der Lizenznummer, unter der genau diese Domain läuft, und gleichen Sie die Antwort erneut mit dem Register ab. Bleibt die Antwort aus oder passt sie nicht, zahlen Sie nicht ein. Haben Sie bereits Geld überwiesen, sichern Sie Kontoauszüge, E-Mails und Screenshots des Kontostands, bevor Sie eine Auszahlung beantragen.
Warnsignale, bei denen Sie nicht einzahlen sollten
- Das Siegel ist nicht klickbar oder führt auf eine Seite außerhalb der Behördendomain.
- Die Lizenznummer ist im Register nicht auffindbar oder gehört zu einer anderen Firma.
- Die Domain fehlt in der Liste der zugelassenen Adressen.
- Es wird nur eine B2B-Lizenz genannt, obwohl ein Casino an Spieler angeboten wird.
- Für Curaçao wird nur eine alte Sublizenz ohne OGL-Nummer angegeben.
- Firmenname, Sitz oder Lizenzbehörde unterscheiden sich zwischen Footer, AGB und Zahlungsbeleg.
Achten Sie auch beim Einzahlungsweg auf Seriosität: Welche Methoden sich für Rückfragen und Rückbuchungen besser eignen, erklären wir bei den Zahlungsmethoden. Bei Kryptowährungen fehlt diese Absicherung weitgehend – mehr dazu unter Krypto-Casinos.
Und unabhängig von jeder Lizenz: Setzen Sie sich Limits, und wenn das Spielen mehr Raum einnimmt als geplant, bietet die Spielsuchthilfe österreichweit kostenlose und auf Wunsch anonyme Beratung.
Häufige Fragen
Wie kann ich prüfen, ob ein Online-Casino eine echte MGA-Lizenz hat?
Ist eine Curaçao-Lizenz noch gültig, wenn sie vor 2024 ausgestellt wurde?
Ist eine Anjouan-Lizenz seriös?
Darf ein Casino mit EU-Lizenz in Österreich anbieten?
Quellen
- MGA – Licensee Register
- MGA – Licensee Hub (Suche nach Name, Status, URL, Spielart)
- MGA – Beispiel einer Verifizierungsseite (MGA/B2C/394/2017)
- MGA – Unauthorised URLs
- MGA – Notice on websites impersonating licensed operators (Juli 2026)
- MGA – Interim Performance Report January to June 2025
- Curaçao Gaming Authority – Startseite
- Curaçao Gaming Authority – License register
- Curaçao Gaming Authority – Beispiel-Zertifikat B2C (OGL/2024/625/0719)
- Curaçao Chronicle – 1 year of the LOK: overview of the first year
- iGaming Business – Curaçao transition licence process
- World Casino Directory – How Curaçao's new gambling bill raises the bar for offshore operators
- Anjouan Gaming – Startseite
- Anjouan Gaming – Verify a Licence
- CDC Gaming – Anjouan denies global reach of licences (Juni 2026)
- Parlament – Anfragebeantwortung 4619/AB XXII. GP (BMF, Lotteriekonzession nach § 14 GSpG, ausländische Konzessionen)
- BMF – Pressemeldung zum neuen Glücksspielgesetz (4. August 2026)
- Spielsuchthilfe – Beratung und Behandlung
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Glücksspiel ab 18; Hilfe bei Spielsuchthilfe.
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